heute abend war ich auf einem sehr interessanten und aufschlussreichen Vortrag, der vom Designpool e.V ausgerichtet wurde.
Mit zwei Referentinnen:
Frau Elke Giese, Ressortleiterin Mode & Interior, Deutsches Mode-Institut zum Thema “Trendresearch & Real Life”
Frau Prof. Monika Fuchs, HTW Berlin zum Thema ” Vom Trend zum Kunden“
Ich versuche nur den Vortrag von Frau Elke Giese wieder zusammenzufassen, da ich ihn überaus gelungen finde. Es war als wäre ein Licht für mich aufgegangen:-)
Angefangen hat Frau Giese mit der Vorstellung der Aufgaben des Deutschen Mode-Instiuts (DMI). Danach listete sie die Unwörter der Modewörte seit der letzten Jahre auf ( trendy, must-have, glamourös, stylisch,etc.) und stellte zeitgerechte Begriffe auf, zBsp: “get real, Unverwechselbarkeit, Dauerhaftigkeit, Vertrauen, Selbstverständlichkeit”
Danach stellte sie die Fragen:
- Wie sieht heute die Mode-affine Gruppe aus?
- Welche Zeichen und Dresscodes sind erkennbar?
- Welche Trends werden erkennbar?
- Wie sieht heute Weiblichkeit/ Männlichkeit aus?
und dann sagte sie den für mich etwas traurigen Satz ” Ordentlich war Gestern” und sprach damit die Mode von heute an. Denn hinsichtlich einer Fotostudie, bei der sie mit dem DMI über 10 Jahre junge Menschen in Köln, Berlin, Hamburg auf der Strasse fotografierte und daraus eine visuelle Studie zur Geschmacks-und Kleidungsveränderung herausarbeitete, entwickelte sie 6 Thesen, die ihre Fülle an 5000 Fotos zu ordnen versucht.
These 1: Brüche statt Harmonie: Der Look besteht heute aus mehreren Schichten; wild zusammengesuchte Stilen verbinden sich, der Knitterlook, resultiert aus der alten Anschauung der glatten Anzugsmode und Hauptsache ist “bloß nicht glatt”
These 2: Kreativität & Individualität kommen vor Statussymbole: Junge Menschen zeigen eine Kreativität im Umgang mit Mode und wie schon diese These sagt, kommt ihr Self-Design vor der Schau von Statussymbolen
These 3: Sportswear & Denim haben auch der letzten Winkel unseres Lebens entdeckt: glatte Mode geht pleite, d.h. der Anzug als Beispiel für glatte Mode besitzt heute nicht mehr den Stellenwert, der ihm noch vor ein paar Jahren zuteil wurde; Kleidungsstücke bekommen eine sportliche Abwandlung.
These 4: Weiche Körper in harten Stiefeln: Das Bild von Weiblichkeit: Zu der Freizügigkeit der Kleidung von Frauen gibt es immer bestimmte Equivalenten, die als Gegengewicht fungieren. Die Frau trägt im Sommer, wie im Winter flache Stiefel und greift nur abends zu ihren High-Heels.
These 5: Die neuen Fashion-victims sind männlich!: neben den immernoch praktisch und funktional zugewandten Männern gibt es eine affine Männermode, die urbane Männer gerne verwenden um sich selbst zu inszenieren. Sehr starker Einfluß, dieser sportiven Mode zeigt sich in den Schuhen, Hüten und Accessoires und im Mut zur Farbe.
These 6: Die Strasse gibt die Impulse für den Laufsteg: Trends werden auf der Straße geboren und dann von Trendscouts und Designer auf den Laufsteg gesetzt. Bespiel war die Leggings, die schon ein halbes Jahr vor ihrem großen Comeback auf den Laufstegs der Welt, deutlich an Präsenz auf den Straßen zugenommen hatte.
Der zweite Vortrag war auch interessant, aber ich werde ihn hier nicht erläutern.
http://www.deutschesmodeinstitut.de
http://www.designpool-berlin.de/
Leave a Reply